Mardi Himal
 
auf urwäldlichen Pfaden zum High Camp
und touristisch unberührten Gurung Dörfern
 im Annapurna

 

Reisebericht 12.03. - 24.03.2012

 

 

Mardi Himal Route, Annapurna Lichtung im Rhododendren-Urwald, Mardi-Himal, Annapurna Machhapuchare (Fishtail), Annapurna
Rhododendren Urwald, Mardi Himal Annapurna South und Hiun Chuli Sonnenaufgang Machhapuchare, Annapurna
Wlang, Mardi Himal, Annapurna Guring Kind im Annapurna Terrassenfelder am Mardi Khola, Annapurna

 

 

 

Vorwort

 

Die Fortsetzung der Reise mit Gregor, Marian und Govinda durch das Terai führt uns ins Mardi Himal. Die Route soll inzwischen als Lodge-Trekking bis zum 3.500 m hoch gelegenen High Camp unterhalb des Machhapuchare möglich sein. Der Rückweg nach Pokhara führt durch touristisch noch unberührte Gurung Dörfer, wo neuerdings die Übernachtung bei Einheimischen (Homestay) möglich ist.

 

Wir werden diese Route erkunden. Den Zähler setze ich vom 21. Reisetag auf Tag 1 zurück.

 

© Klaus Töpfer

HIMATREK

Gelsenkirchen, Mai 2012

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1. Tag - 12.03.2012

 

Nach der letztendlich doch recht anstrengenden Fahrerei durch das Terai und schließlich von Lumbini über Tansen nach Pokhara ist dieser freie Tag zum Relaxen am Phewa See notwendig. Zudem können Kleidungsstücke in der „Laundry“ gereinigt sowie einige Einkäufe erledigt werden. Als Ganesh und Phuspa mit unserem Trekkinggepäck aus Kathmandu eintreffen, gilt es die Sachen für die bevorstehende Tour zu packen. Schließlich trudelt unser Meisterkoch Sanje ein. Alle drei werden uns auf der Erkundungstour ins Mardi Himal begleiten.

 

Im Lake View Resort, unserem Standard Hotel, treffe ich unerwartet Chabi, der mit 2 Kundinnen aus Luxemburg gerade vom Upper Mustang Trek zurück kehrt. Ein freudiges Wiedersehen, denn ich war mit ihm schon einige Male unterwegs.

 

Ein Telefonat mit Dorlis und Tanja beruhigt, dass zu Hause ist alles bestens ist und ich verabschiede mich für die kommenden Tage.

 

2. Tag - 13.03.2012

In den frühen Morgenstunden ist es diesig. Das bislang hervorragende Wetter wird uns doch wohl keinen Streich spielen. Der Kleinbus des Lake View Hotel bringt uns in knapp einer Stunde zum Trekkingsausgangspunkt in Kande (1.700 m). Recht kurz ist der Aufstieg zum Australian Camp (2.000 m). Die Sonne scheint und der Wind hat die Wolken weitgehend fort geblasen. Zum dritten mal bin ich im Himmel der Engel, so der Name der Lodge „Angles Heaven“, wo wir zur Mittagsrast einkehren. Erstmals kann ich von hier das gewaltige Panorama des Annapurna South, Machhapuchare Hiun Chuli bis hinüber zum Annapurna III genießen. In den beiden zurückliegenden Jahren stand ihr hier vor einer dichten Wolkenwand.

Weiter führt der Weg über Pothana und gemächlich auf dem Höhenrücken ansteigend nach Pitam Deurali (2.100 m). Regenwolken ziehen auf. Als die ersten Tropfen fallen haben wir rechtzeitig ein Dach über den Kopf. Ich freue mich auf den bestellten Apfelkuchen und Milchkaffee, als das heran gebrauste Gewitter so richtig los legt. Krachend schlägt ein Blitz auf dem Platz zwischen den Lodges ein. Es schüttet, Hagel folgt. Nach zwei Stunden hat der Spuk ein Ende. Es klart auf. Ein paar Sonnenstrahlen durchdringen die verbliebenen Wolkenfetzen. Die umliegenden Berge zeigen bis auf 2.500 m hinunter ein weiße Haube.

 

Der Kanonenofen bullert in der guten Stube und verbreitet zunächst eine angenehme Wärme. Später wird es dann doch zu heiß, so dass ich zum Abendessen den unbeheizten Gastraum bevorzuge.

 

3. Tag - 14.03.2012

 

Juchhu, wieder Sonnenschein. Die Berge sind nur gering verhangen. Direkt hinter unserer Lodge zweigt der Pfad ins Mardi Himal ab. Tagesziel ist das Forest Camp. Sofort geht es im fast undurchdringlichen Urwald steil bergan. Eichen und Rhododendren stehen dicht an dicht. Auf den vermoosten Stämmen blühen prächtige Orideen. Nach etwa einer Stunde pendelt sich der Weg auf ca. 2.450 m ein und schlängelt sich durch den Wald. Hin und wieder erlaubt eine kleine Lichtung den Blick auf die Gipfel.

 

Auf dieser Etappe gibt es unterwegs keine weiteren Lodges oder auch nur ein kleines Teehaus zur Einkehr. Dies gilt für die gesamte Route! Zur Mittagszeit erreichen wir einen bescheidenen Rastplatz mit einfachen Unterstand. Vereinbarungsgemäß ist die Frau des „Mardi Himal Guesthouse“ vom Forest Camp mit Kochgeschirr eingetroffen. Schnell wird ein kleines Feuerchen entfacht und Koch Sanje hilft ihr bei der Zubereitung einer Gemüse-Nudel-Suppe. Abgerundet wird das Essen mit Tee und Nussplätzchen, die Ganesh mit im Gepäck hat.

 

Gut gestärkt erreichen wir kurz nach 14 Uhr das Forest Camp. Hier stehen 3 sehr einfache Lodges. Der Gastraum unserer Lodge ist leider die sehr stark verräucherte Küche im zugigen Bretteranbau. Die beiden anderen Lodges sind etwas besser. Da wir hier reserviert haben und uns die Frau des Hauses zu Mittag gut versorgt hatte, nehmen wir diesen Nachteil in Kauf.

 

Im Laufe des nachmittags wird es ungemütlich windig und kalt. Die Wolken hängen tief herab. Da hilft auch kein Lagerfeuer, welches auf der Terrasse mehr qualmt als brennt. So verkrümelt man sich recht zeitig in die Koje.

 

4. Tag - 15.03.2012

 

Die heutige Etappe zum Low Camp (2.970 m) ist mit 3 Stunden Gehzeit recht kurz. Bis zum High Camp (3.550 m) könnte man es zeitlich schaffen, aber der Höhensprung ist zu heftig. Die notwendige Akklimatisierung fehlt und die Höhenkrankheit wäre vorprogrammiert. Wer diese Tour z.B. im Anschluss an den Trek zum Annapurna BC unternehmen möchte, kann von Pitam Deurali an einem Tag mit etwa 7 Stunden Gehzeit bis hierher durchstarten.

 

Überrascht sind wir, als nach 45 Minuten das neu erbaute „Chuprung Guest House“ (2.615 m) vor uns liegt. Auf jeden Fall eine bessere Variante, als im Forest Camp zu übernachten. Zumal an einer lichten Stelle auf dem Sattel gebaut, die einen freien Blick auf das Annapurna-Massiv gewährt. Doch die Mountains bleiben heute hinter dicken Wolken verborgen. Erfreuen wir uns also an den dichten Rhododendren-Wald, durch den sich der Pfad aufwärts windet. Die roten Rhododendren stehen schon in voller Blüte. Knorrige mannsdicken Stämmen, mit unzähligen Pflanzen überwuchert, tragen das bis zu 20 m hohe grüne Dach, welches das Tageslicht kaum zu durchdringen vermag.

 

Der Zeiger der Uhr rückt auf Zwölf zu. Es beginnt zu graupeln. Ein paar Minuten später, gerade unter dem Vordach der Lodge, setzt ein heftiger Hagelschauer ein. Im weiteren Verlauf des Tages folgt ein Gewitter nach dem anderen. Regen, Hagel und Schnee wechseln im Minutentakt. Ab und an ist ein Blick ins Tal hinunter möglich. Pechschwarze Wolken hängen über Pokhara. Dort scheint sich der Kern des Unwetters auszutoben. Zum Abend hin fängt es beständig zu schneien an. Eine Winterlandschaft entsteht. Da der Gastraum auch nur durch ein offenes Feuer beheizt wird, ist er schrecklich verräuchert. Flucht in die frische Luft, auf die Terrasse. Schneeballschlacht gefällig oder tanzen im Schnee? Meine mitgebrachten Minilautsprecher, angeschlossen am MP3-Player bestehen ihre erste Bewährungsprobe. Die Laune lassen wir uns nicht verderben.

 

… und wie klein ist doch die Welt. Da ist Familie Käser ebenfalls hier. Vor einigen Jahren buchten sie bei uns ihre erste Reise nach Bhutan, um dort feststellten, dass sie ehemals Nachbarn von Beate (Laya Tours) waren.

 

Die Kernfrage des Abend ist und bleibt: Was machen wir morgen? Wenn es weiterhin so schneit, bedeutet es wohl den Abbruch der Tour. Warten wir ab, gehen erst mal schlafen und entscheiden morgen.

5. Tag - 16.03.2012

 

Herzlichen Glückwunsch zum 5. Geburtstag lieber Nick und alles Gute wünscht dir dein Opa aus dem fernen Himalaya. Lass dich feiern, von Mama, Oma, Bruder Lenny und all deinen Freunden im Kindergarten. Wir sagen danke, denn dein Tag beschert uns ein Traumwetter. Winterlandschaft unter wolkenlosem Firmament. Gewaltig erheben sich die kristallen glitzernden Eisriesen in den dunkelblauen Himmel. Ein atemberaubendes Panorama, welches wir vom in einer Stunde entfernten Viewpoint in uns verewigen. Sogar der Blick nach Süden reicht bis hinunter ins Terai bei dieser traumhaft klaren Sicht.

 

 

Keine Frage, auf geht es weiter zum High Camp (3.550 m). Nur Gregor traut dem Wetter nicht und entscheidet sich für den Abbruch. Mit Govinda steige ich noch etwas weiter aufwärts. Dann kehrt er zurück, um mit Gregor und Sanje den Abstieg zu beginnen. Derweil suche ich mir einen etwas schattigen Platz, wo ich auf Ganesh, Phuspa und Marian warte, die zum Low Camp zurück kehrten, um all unser Gepäck von dort zu holen. Ein Adlerpaar gleitet in luftiger Höhe unter dem azurblauen Himmel vorüber. Die Sonne brennt, der Schnee schmilzt dahin.

Gegen 11 Uhr sind wir zu Viert wieder beisammen. Leicht ansteigend stapfen wir langsam über den noch schneebedeckten Pfad aufwärts. Tief unten im Tal des Modi Khola ist der Weg von Chhomrong über Bamboo, Himalaya Hotel zum ABC eindeutig zu erkennen. Direkt darüber ragen die vergletscherten Eiswände empor, die mit plötzlich abbrechenden Lawinen, einen Teil dieses Weges, besonders nach Schneefall, sehr risikoreich machen. Aus diesem Grunde wurde der Hauptweg inzwischen auf die sicherere östliche Seite verlegt.

 

Um 2 Uhr erreichen wir „Trekkers Paradies“ im High Camp. Im wahrsten Sinne des Wortes ein Paradies. Endlich eine Lodge, die auf dieser Tour dem gewöhnlichen Standart einer Unterkunft im Annapurna würdig ist. Fertig gestellt im Jahre 2008, zehn geräumige, winddichte Zimmer im Anbau und ein gemütlicher beheizter Gastraum. Der freundliche Wirt und die gute Küche erfüllen allen Wanderers Wünsche. Ein malerischer Sonnenuntergang leitet den Abend rund um den bullernden Ofen ein. Mit dabei sind neben uns noch Gregor mit Freundin aus Holland und deren Guide Om Adhikari aus Pokhara. Sollte das Wetter morgen weiterhin so klar sein, werden wir gemeinsam den Aufstieg zum „Upper Viewpoint“ (4.200 m) oder gar bis zum Mardi Himal BC (4.300 m) wagen.

 

6. Tag - 17.03.2012

 

„Good Morning Sunshine“. Um 7 Uhr begrüßt uns eine sonnige Welt. Die vorbereiteten Lunchpakete werden verstaut und los geht es. Unerwartet bilden sich plötzlich dichte Wolken. Der Machhapuchare versteckt sich hinter einer Nebelbank. Es geht für mein Verständnis weglos hinauf. Die jungen Leute sind natürlich schneller mit Ganesh und Adhikari voraus. Als Phuspa und ich irgendwo im Gelände komplett von Nebel umhüllt sind, gibt es für mich nur die Entscheidung, zurück zur Lodge.

 

Nebelbänke wabbern um das kaum noch auszumachende Quartier. Endlich wieder Daheim. Die ersten Schneeflocken fallen. Hoffen wir, dass unsere Freunde ebenfalls rechtzeitig zurück kehren. Eine Camping-Gruppe mit 7 Australiern trifft ein. Die Teilnehmer sind glücklich hier ein Zimmer vorzufinden, statt im Zelt übernachten zu müssen. Der Gastraum füllt sich und der Wirt sorgt für ausreichend Wärme, Speisen und Getränke. Draußen tobt ein Schneesturm.

Endlich, nach 8 Stunden kommt die Bande abgekämpft aber glücklich zurück. Bis zum „Upper Viewpoint (4.200 m) hat man es so eben geschafft, stellenweise durch meterhohen Schnee. Der weglose Aufstieg wird steiler und ausgesetzter, manchmal alpin. Absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind auf der Etappe auch bei besseren Wetterverhältnissen erforderlich. Die Gruppe aus Australien wird bei diesen Verhältnissen morgen zum Low Camp zurück kehren.

 

7. Tag - 18.03.2012

 

Lediglich zum Sonnenaufgang lässt sich durch die Wolken ein kurzer Blick auf die umliegenden Berge erhaschen. Der Abstieg beginnt im dichten Nebel. Nach 2 ½ Stunden sind wir zurück im Low Camp, Mittagspause. Zur gleichen Zeit trifft eine 12-köpfige Gruppe aus England ein. Zelte werden aufgebaut, das Küchenteam aktiv und der Inhaber der bislang geschlossenen Lodge offeriert Bier und Schnaps für die Gäste. In Kürze werden auch die Australier eintreffen. Dann wird es auf dem Zeltplatz eng.

 

Wir verschwinden. Uns stehen weitere 1.100 m hinunter nach Sidhing bevor. Abermals schlängelt sich der durch Schnee und Regen rutschige Weg durch subtropischen Wald bergab. Schließlich Weiden und Felder. Bis zum „Trekkers Home“ ist es nicht mehr weit, denn es liegt gut 150 m oberhalb der Ortschaft. Die Unterkunft, hier leben Frau, Kinder und Eltern des Wirtes des „Trekkers Paradies“ im High Camp, bietet z.Z. 2 Zimmer und einen kleinen Pavillon. Ansonsten typisch Homestay. Dementsprechend werden wir von der Familie auf herzlichste willkommen geheißen.

 

Da heute unsere gemeinsame Trekkingtour endet, wird wie üblich bei Bier, Musik und Kartenspiel Abschied gefeiert. Morgen wird Marian mit Ganesh über Lumre nach Pokhara zurück kehren, Phuspa und ich das Homestay-Trekking durch einige Gurung-Dörfer fortsetzen.

 

8. Tag - 19.03.2012

 

Der Tag erwacht mit Sonnenschein. Der Machhapuchare erbebt sich majestätisch in den wolkenlosen Himmel. Dieser malerische Wandertag führt uns zunächst entlang einsam gelegener Bauernhäuser hinunter nach Kalimati . Die Kinder der oberhalb des Weges gelegenen Schule sind nicht in den Klassenräumen zu halten. Kommen doch nur recht selten fremdländische Gesichter hier vorbei. 50 Kinder werden hier in den Klassen 1 - 5 unterrichtet. Eine Kindergärtnerin kümmert sich um die Kleinsten im Alter von 1 - 5 Jahren aus den umliegenden Dörfern. Ein sogenannte Klassenfoto mit dem Lehrer beendet diese interessante Unterbrechung.

 

Auf den Feldern sind die Bauern emsig mit dem Pflügen und der Bestellung ihrer recht kleinen und schmalen Terrassenfelder beschäftigt. Bei dieser mühseligen Arbeit sind 2 Ochsen, die den hölzernen Pflug ziehen, das einzige Hilfsmittel. Der barfüßige Farmer bemüht sich mit seinem Gewicht auf dem Pflug stehend, das bescheidene Ackerland möglichst tief und gradlinig umzugraben. Im Frühjahr werden überwiegend Mais, Weizen und Kartoffeln angebaut. Nach deren Ernte folgt mit Beginn der Monsunzeit die Anpflanzung von Reis.

 

Wie verabredet, trennen sich unsere Wege in Ghalet (1.530 m). Marian und Ganesh steigen hinunter nach Lumre, um noch heute nach Pokhara zurück zu kehren. Phuspa und ich folgen den Verlauf des Höhenweges. Statt durch das tiefe Tal machen wir den Bogen über das Talende. Stellenweise zwischen Gestrüpp und durch ein Kiesbett erreichen wir nach 3 Stunden das Gurung-Dorf Wlang (1.460 m). Nach dem gestrigen langen Abstieg machen sich meine Muskeln bemerkbar und ich bin froh, hier ein einer familiären Homestay Unterkunft einkehren zu können. Ein nett eingerichtetes Zimmer (3 Betten), die überdachte Terrasse mit Tisch und Stühlen. Phuspa sorgt mit der Chefin des Hauses für das leibliche Wohl (Bratkartoffeln, …. Zutaten bleiben geheim!). Meine heute heiß gelaufenen Füße bedürfen der Kühlung, so sei mir auch das eisgekühlte Bier gegönnt.

 

9. Tag - 20.03.2012

 

Der Besitzer des Homestay-Hauses führt uns auf einen ausgiebigen Rundgang durch das malerische Dorf. Im Norden ragen Machhapuchare und Hiun Chuli in den wolkenlosen Himmel. Wir treffen die Präsidentin der hiesigen Homestay-Organisation und werden prompt zum Tee eingeladen. Es bietet sich die Möglichkeit, noch weitere sehr hübsch eingerichtet Quartiere zu begutachten. Der Bummel endet schließlich in der Teefabrik des Dorfes. Etwas 200 kg der speziellen Sorte „Annapurna Organic Tea“ werden auf den umliegenden kleinen Plantagen pro Jahr geerntet, hier getrocknet, verpackt und weltweit exportiert.

 

 

Da es bereits auf Mittag zugeht, empfiehlt unser Gasgeber heute nur bis Ribhan, statt bis nach Armala (1.630 m) zu wandern. Warum auch nicht. Ich habe von den letzten beiden Tagen, insbesondere vom langen Abstieg einen anständigen Muskelkater in den Beinen. Von Wlang aus gibt es drei Möglichkeiten, die Mardi Himal Tour abzuschließen. In 3 Stunden erreicht man Dhampus und steigt von dort nach Phedi ab. Oder man folgt den ca. 1.500 Stufen hinunter zum Mardi Khola. Vom Ort Humdi verkehren lokale Busse und Jeeps mit denen man in etwa 1 ½ Stunden Pokhara erreicht. In Humdi eingetroffen, steigen wir nach kurzer Mittagsrast 1.500 Stufen auf der Gegenseite hinauf nach Ribhan (1.430 m). Es ist heiß und schwül. Der Schweiß rinnt. Hin und wieder weht ein erfrischendes Lüftchen, denn vor den Bergen hängt eine dunkle schwarze Gewitterfront. Endlich, am Ortseingang von Ribhan begrüßt uns der Dorflehrer und weist uns den Weg zu den drei Unterkünften. Die erste ist fest verschlossen und auch die beiden weiteren sind verwaist. Die Besitzer sind nicht ausfindig zu machen. Was sollen wir nun tun? Bis nach Armala ist es jetzt zu spät und das Gewitter droht. Die Lösung des Problems, wieder hinunter zur Durchgangsstraße am Mardi Khola und zusehen, dass wir Jeep oder Bus nach Pokhara bekommen. Eine Stunde später befinden wir uns im weitläufigen Flussbett. Hier verlaufen mehrere Fahrspuren. Eine Haltestelle? Fehlanzeige! Da ein Jeep! Er rollt zwar in die falsche Richtung. Trotzdem, wir winken und werden mitgenommen, können im Geschäft am Straßenrand etwas zu trinken kaufen und kurz darauf begegnet uns der Jeep in Richtung Pokhara. Der Fahrer hat seinen Kollegen per Handy informiert und so steigen wir ruckzuck um. Von einer Straße kann keine Rede sein. Der Verlauf des Fahrweges durch Geröll und Wasserläufe ändert sich ständig. Nach jedem Monsun sowieso. Oft ist es eine nur für den Fahrer mit Ortskenntnis erkennbare Furt die durch das rauschende Wasser führt.

 

Wieder in Pokhara. Eine heiße Dusche, frische Sachen und man fühlt sich wie neu geboren. Eigentlich wollte ich zeitig ins Bett. Doch wir haben Besuch. Andre und zwei „Gabis“ sind mit Dinesh (Govindas Schwager), der sehr gut Deutsch spricht, heute vom Annapurna BC zurück gekommen. Es gibt viel zu erzählen und der Abend endet sehr spät.

 

10./11. Tag - 21. - 22.03.2012

 

Sonnenschein in Pokhara. Bedingt durch den Südwind ist die Luft momentan sehr staubig und die Sicht auf das Annapurna Range kaum möglich. Ausspannen und ein wenig Büroarbeit. WiFi und die Verbindung zum Internet funktionieren dank Notstromaggregat fast ununterbrochen. Phuspa und ich wagen uns allein im diesem schlanken Boot auf den Phewa See. Unerfahren wie wir beide mit der Paddeltechnik sind, wird es ein Zickzack-Kurs. Jedenfalls erreichen wir die kleine Insel mit dem Tempel, der Baraha einer Inkarnation Vishnus gewidmet ist. Zurück zum Bootsverleih bemühen wir uns auf gleiche Weise.

 

Am letzten Abend in Pokhara wird endlich das große Geheimnis gelüftet. Wohin verschwinden all unsere Guides während ihres Aufenthaltes in Pokhara? In eine unscheinbare original nepalische Küche am Anfang der Uferpromenade. Hervorragend ist das „Bettest Dhaal Bhaat in Town“. Wir lassen es uns schmecken.

 

12. Tag - 23.03.2012

 

Mit dem Touristenbus treten wir die Rückfahrt nach Kathmandu an. Zwei Orte sind auf dieser Strecke kurz hinter Mugling (Abzweigung nach Chitwan) sehenswert: Bandipur und Manakamana. Im vergangenen Jahr habe ich mit Govinda noch das malerische Dorf der Newar (Bandipur) besucht. Somit ist heute Manakamana unser Ziel.

 

Mit der Seilbahn geht es hinauf zum bedeutenden Pilgerort. Dort befindet sich der Tempel der Göttin Bhagvati, die alle Wünsche erfüllt. Jeder Hindu wird möglichst einmal in seinem Leben diesen Ort aufsuchen. So säumen Buden, wie in der ganzen Welt üblich, mit Souvenirs, Souvenirs, Leute kauft ein … von der Bergstation bis zum Tempel. Da Bhagvati auch Blutopfer mag, treten Ziegen, Schafe und Hühner hier ihren letzten Gang an. Der Betrieb des Metzgers, der sich der größeren Opfer annimmt, ist nicht all zu weit vom Tempel entfernt. Die meisten Pilger opfern, wie normalerweise im Hinduismus üblich, Blumen und Früchte. Hierzu zählen viele jung Verheiratete, die sich Glück in der Ehe wünschen.

 

 

Am Nachmittag ebbt der Besucherstrom ab. Das „Sunrise Home“ ist wie vor 4 Jahren unser Quartier. Das Manakamana Resort ist inzwischen endgültig verrottet.

 

13. Tag - 24.03.2012

 

Ein Glück, dass wir nur ins Tal fahren. An der Talstation stehen die Leute zu Hunderten Schlange. Es ist Samstag. Bei einer Reiseplanung sollte man unbedingt darauf achten, nur an nepalischen Werkstagen diesen Abstecher zu planen.

Mittags sind wir zurück in Kathmandu.

 

Bis zum Ende des Monats verweile ich in Kathmandu. Es gibt viel zu tun und zu sehen.
Treffen und Sightseeing mit unseren Gästen. Besuch des Waisenhauses der "Nepalfriends"
und schließlich die Vorbereitung auf die Tour ins
Khumbu.