NEPAL TOTAL 2000

 Camping-Rafting-Safari-Sightseeing-Trekking

 

Royal Camping Trek, Annapurna Rafting auf dem Trisuli, Nepal Kali Ghandaki Tal, Annapurna

 Reisebericht 21.01. – 19.02.2000

© Klaus Töpfer
HIMATREK
Gelsenkirchen, März 2000
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Vorwort

Welch eine Überraschung! Dorlis ist von Nepal, seiner Kultur, Land und Leuten ebenso infiziert wie ich. Wir haben sehr viele gute, hilfsbereite Freunde kennen gelernt. Wir beide lieben dieses Land mit seinen Menschen, Ihrer Kultur. Somit bedarf es keiner weiteren Worte.

 

1. Tag - 21.01.00

Flughafen München. Diesmal ist Hubert, unser Nachbar, auch dabei. Wieder haben wir unsere Wunschplätze C und D auf dem Flug über Sharah nach Nepal. Neben mir sitzt ein netter Nepali, dem der Rotwein sehr gut bekommt und in München in einem nepalesischem Restaurant arbeitet. So kommt man bereits jetzt auf den Geschmack von Dhaal Bhaat, Momos, Tapati... .

2. Tag - 22.01.00

Sharjah in den arabischen Emiraten liegt hinter uns. Nun sind es nur noch knapp 3 1/2 Stunden und Kathmandu hat uns wieder. Irrtum! 2 Stunden lang drehen wir uns im Kreise: Nebel über dem Kathmandutal. Ich habe das Zählen aufgegeben, immer wieder jede Menge 8000.er auf einen Blick aus 7.500 m Höhe und Schräglage: Dhaulagiri, Annapurna, Masalu, Everest,... bis weit im Westen der gerade noch erkennbare Kanchanjunga. Warten, kurz einnicken und endlich die Freigabe zur Landung.

Wiedersehen vor dem Flughafen mit Govinda, Prasanta und die Überraschung: Govindas Frau Radhika mit der jüngsten Tochter Shachi (2 Jahre). Auf bekanntem Wege fahren wir zum Hotel PILGRIMS, welches Govinda und ich im vergangenem Jahr als Standard-Hotel auserkoren haben. Nach einer kurzen Erfrischung starten wir zu einen Bummel durch Thamel. Dorlis holt die Müdigkeit ein und zieht sich ins Hotel zurück, während Hubert und ich in Richtung Königplatz schlendern. Heute am Samstag (Feiertag der Hindus) haben einige Geschäfte geschlossen und es ist äußerst ruhig in den Gassen. Oder ist es bereits Gewohnheit?

Wie vereinbart treffen wir uns mit Govinda um 18 Uhr, um eines unserer Stamm-Restaurants DELIMA GARDEN zum Abendessen aufzusuchen. Garlic-Soup, Momos, für Dorlis Ihre geliebten Chicken, führen uns wieder in die nepalesischen Kochkünste ein. Hubert probiert sein erstes Dhaal Bhaat mit der gefürchteten Chilli-Schote. Er muß kräftig löschen. Schon haben wir wieder unseren Spaß.

3. Tag - 23.01.00

Der Morgen beginnt dunstig und kühl. Die Sonne vermag es nicht den Hochnebel aufzulösen. Trotzdem wird draußen im Garten gefrühstückt. Als wir gegen 10 Uhr zu den "religiösen" Gegensätzen" nach Pashupatinath und Bhodnat aufbrechen, läßt sich die Sonne blicken und es wird schnell warm.

Nun warten wir auf Govinda, der sich für 15 Uhr angekündigt hat, um mit uns seine Ideen für die nächsten Tage zu besprechen. Sein Vorschlag überrascht: Nicht wie geplant Wandern in der Gegend von Nargakot, sondern auf zum königlichen Trekk mit 2 Nächten Lagerfeuerromantik: Zelten! Der Vorschlag wird einstimmig angenommen. Morgen früh fahren wir nach Pokhara.

Des öfteren fällt in Kathmandu der Strom aus. So hat sich unser Hubert, allein unterwegs, bei der Dunkelheit zwangsläufig verlaufen. Ihn zu suchen wäre ein hoffnungsloses Unternehmen. Also werden wir warten und sind froh, als er endlich mit Hilfe einer Muskel-Rikscha eintrifft.

4. Tag - 24.01.00

Auf nach Pokhara, d.h. um 6 Uhr aufstehen, frühstücken ohne Brot. Die Bäckerei ist noch geschlossen. Dafür ein paar Riegel Müsli aus eigener Ration. Die 6-stündige Fahrt verbringen wir diesmal auf Plätzen über der Hinterachse und werden somit kräftig durchgeschüttelt. Den ganzen Tag bleibt es bewölkt und so werden wir nicht von den glitzernden Eisgipfeln bei unser Ankunft in Pokhara begrüßt. Unser Quartier ist das Lakeside-Hotel.

Hubert ist müde. So schlendern wir mit Govinda entlang der Basare am Phewa-See. Unser Ziel ist es Trekking-Säcke zu kaufen, denn wir können unmöglich mit den alten vom Summit Club auf Wanderung gehen. Es bedarf einiger Zeit, von Laden zu Laden zu ziehen, um farbgleiche und preisgünstige Säcke zu erstehen.

Inzwischen habe ich geduscht und sitze mit Govinda beisammen, um das weitere Programm mit Helmut, der am 29.01. eintreffen wird, auszuarbeiten. Dorlis ruht sich bereits aus und Hubert schläft wohl immer noch. Früh gehen auch wir schlafen.

5. Tag - 21.01.00. Camping-Tag

In der Nacht hat es geregnet. Die Gipfel verstecken sich hinter den Wolken. Aber es ist trocken. Wir fahren hinaus und treffen dort auf unsere Mannschaft: 6 Personen für Gepäck, Zelte und Küche werden uns begleiten. Wir freuen uns, Karma als unseren Koch begrüßen zu können. Gemütlich geht es aufwärts und die Sonne schafft es immer mehr die Wolken zu durchbrechen. Schließlich blauer Himmel über uns, doch das Panorama von Dhaulagiri bis Lamjung können wir nur erahnen.


Frühzeitig wird die erste Pause eingelegt, die Küche aufgebaut und ein fürstliches Essen unter Karmas Regie zubereitet. Passend zu diesem "königlichen Trekk". Es ist warm geworden. Anorak und Pullover sind bereits im Rucksack verstaut. Langsam ansteigend wandern wir durch kleine Bauerndörfer, entlang der Terrassenfelder zu unserem auf einer kleinen Anhöhe liegenden Lagerplatz. Wären da nicht diese Wolken im Wege. Die Aussicht müßte phantastisch sein. Dorlis erfüllen wir den Wunsch nach einem Stuhl, indem Govinda und ich im naheliegendem Dorf 2 Bänke ausleihen. Sowie unsere Zelte aufgebaut sind, trifft auch der "fliegende Handel" ein. Mit Ausnahme unseres Bedarfs an gut kühlem Bier, wurde es kein Geschäft für die Händler.

Auf einem Nebelhügel wird ebenfalls ein Camp errichtet. Ein abendlicher Spaziergang: Grüße aus San Franzisko. Zum Abendessen entführt Govinda auch noch den passenden Tisch aus dem Dorfe. Komfortabler geht es kaum noch, um Karmas 4-Gang-Menü genießen zu können. Der Abend am Lagerfeuer klingt mit Folklore unserer Mannschaft aus.

6. Tag - 21.01.00

Es dämmert, der Mond leuchtet noch vom Himmel. Wo sind die Gipfel? Endlich! Der Umriß des Machapuchare ist erkennbar. Eine rote Scheibe erhebt sich im Osten und nach und nach tauchen die Gipfel des Annapurna auf. Drunten im Tal hängt noch der morgendliche Dunst. Ein kräftiges, umfassendes Frühstück erwartet uns: Müsli, Omelett, Toast und dazu noch eine Nudelsuppe.

Die Sonne bleibt uns den ganzen Tag gegönnt, doch die Berge verstecken sich recht bald wieder in den Wolken. Auf dem weiteren Wege begleitet uns eine Hochzeit-Gesellschaft, die den Bräutigam mit Musik in das Dorf seiner Zukünftigen führt. Am Wegesrand liegt eine Dorfschule. So nutzen wir die Gelegenheit zu einen Einblick in die Klassenräume und nepalesischen Unterricht

Die Zelte sind gerade aufgebaut, als ein Gewitter naht. Es beginnt kräftig zu schütten und wir nehmen Zuflucht bei unserer Mannschaft im zum Campingplatz gehörendem Küchenunterstand. Mit Beginn der Dunkelheit haben sich die Wolken verzogen. Die Sterne erstrahlen am Firmament. Zur Abrundung des heutigen Abendessen werden wir mit einem köstlichen Schokoladenkuchen überrascht, bevor wir den Tag gemeinsam am Lagerfeuer beenden.


7. Tag - 27.01.003. Camping-Tag

Morgendämmerung. Die ersten Sonnenstrahlen erfassen die vereisten Gipfel der Annapurna und Masalu-Gruppe. Weit im Westen erglitzert der Dhaulagiri. 3 8.000er auf einen Blick.

Leider geht es heute Dorlis so geliebte Treppenstufen hinunter. Gegen Mittag noch ein letzer Blick auf das zurückliegende Panorama, bevor der letzte Lagerplatz unten am See erreicht ist. Nun folgt eine ½-stündige Bootsfahrt über den malerischen Begna-See. Mit den Linienbus erreichen wir Pokhara. Abschied nehmen vom Team. Nur Govinda und sein "Bruder" Govinda II –, bleiben bei uns.

8. Tag - 28.01.00

Govinda ist in der Frühe zurück nach Kathmandu gefahren, um morgen Helmut am Flughafen abzuholen. Govinda II, übrigens auch mit Nachnahmen Poudel, bleibt bei uns. Heute machen wir einen ganz faulen Tag mit etwas Bummeln, Souvenirs kaufen und ein paar Postkartenpflichten erledigen. Einfach einmal nichts tun.

9. Tag - 29.01.00

2. Tag in Pokhara. Wir beabsichtigen das tibetische Lager zu besuchen, um uns nach einen geeigneten Teppich umzuschauen. Doch zunächst muß ich zum Arzt. Ein Insektenstich an meiner rechten Hand hat sich entzündet. Gut versorgt mit Penicillin, Verband ordern wir ein Taxi. Sofort beginnen die Probleme: Zu welchem Lager. Es gibt zwei. Wir entscheiden uns Richtung Bhiretanti. Dann, Lager (Verkauf) geschlossen. Es ist Samstag (Feiertag). Ich bin sauer. Der gute Taxifahrer hätte doch zumindest etwas sagen können. Obwohl ich mich aus diesem Grunde weigere, die ausgehandelten 500 Rupien zu zahlen, werde ich sie des Frieden willens los, nachdem er mit der Polizei drohte. Man lernt niemals aus.

Der Nachmittag beginnt mit einer Bootsfahrt hinüber zum Tempel. Govinda II betet für uns und bittet für einen weiteren erfolgreichen Verlauf unserer Reise. Wie tags zuvor, einfach die Seele baumeln lassen.

 

10. Tag - 30.01.00

Was hab ich bloß mit Govinda ausgeheckt? 5.30 Uhr aufstehen, Fahrt zum Rafting. Prompt hat Dorlis Ihren Moralischen. Dazu wieder Stromausfall. Ohne Licht erledigen sich Probleme von allein im Kerzenschein. Der Bus bringt uns zurück Richtung Kathmandu. Nun sitzen wir in Fishling und warten der Dinge, die auf uns zukommen werden. Dorlis ist total fertig und erahnt schon alle Katastrophen. Paddeln, Schwimmwesten, Schutzhelme türmen sich bereits vor uns. Kanus für die Begleitmannschaft werden gebracht. Nur der Rafting-Guide und das Gummiboot lassen auf sich warten. Dafür kann Dorlis um so mehr nerven. Aber dann, nach kurzer Instruktion, sind wir mit dem Schlauchboot in Aktion.

Langsam paddeln wir den Trisuli Fluss Richtung Mugling hinunter und folgen den Anweisungen des Rafting-Guide. Dorlis sitzt hinter mir und macht alles recht ordentlich. Aus ruhigem Wasser endlich hinein in die ersten brausenden Wogen. Schon sind wir patschnass. Fun wie auf der Wildwasserbahn (Cranger Kirmes). Es macht allen Spaß.

Im tiefen Flusstal verschwindet die wärmende Sonne recht früh. Es wird windig und kalt. Hinzu kommen nasse und kalte Füße. So sind wir froh, als wir am späten Nachmittag das bereits hergerichtete Camp am Sandstrand erreichen. Trockene Sachen und ein heißer Tee und schon werden die steifen Glieder wieder warm. Müde kriechen wir spät abends in die Schafsäcke.

11. Tag - 31.01.00

Vorgestern sahen wir noch die Gipfel des Annapurna, gestern im tosendem Wasser und jetzt auf Elefantens Rücken. Im Chitwan Nationalpark. Eine kurze Bootfahrt und ein hölzernes Gerüst brachte uns auf Jumbos Rücken. Zu viert schaukelt er uns durch Wald und Flussläufe. Ein Nashorn kreuzt unseren Weg. Zurück zum Hotel geht es in Etappen gegen die Strömung von Insel zu Insel. Während wir mal wieder ein paar Meter laufen, ziehen unsere Bootsführer den Kahn mühselig flussauf.

Es wird ein langer Abend in der Bar mit Folklore der Hotel-Mannschaft und unser unermüdliche Govinda.

Fast vergessen: Helmut und Govinda sind mit gut 1-stündiger Verspätung aus Kathmandu in Mugling eingetroffen. Für uns waren es Stunden des Wartens: Erst Morgens auf das Frühstück und dann auf den Bus. Entschädigt wurden wir jedoch durch ein sehr schönes, ruhiges Hotel mit Bungalows. Dorlis und ich durften sich in den Räumen Shivas bequem machen.

12. Tag - 01.02.00

Bereits früh am Morgen wird zur Wanderung durch den Park aufgerufen. Es ist leider bewölkt und der große Safari-Erfolg bleibt uns versagt. Über 4 Stunden sind wir durch subtropischem Wald uns Flussläufe unterwegs. Finden Spuren von Bären und Nashörnern. Trotz aller Mühen unserer Guides bleiben die Tiere heute in ihren Verstecken. Lediglich ein paar Hirsche und Vögel lassen sich blicken.

So naht der Abschied von Dorlis. Nachmittags nach dem "Bird-Watching" beginnt das Packen. Alles jetzt alles auseinander sortiert werden: Dorlis Rückflug und mein weiteres Trekking.

13. Tag - 02.02.00

Abschließend ein fachkundiger Spaziergang durch das naheliegende Dorf mit umfangreichen Inforationen über die hier lebende Bevölkerung (Bauern und Fischer). Danach heißt es endgültig Dorlis und Hubert "Auf Wiedersehen" zu sagen, die wieder nach Kathmandu zurück müssen. Dorlis, schade daß Du Dich für nur 2 Wochen entschieden hast!

Helmut und ich sind mit den 2 Govindas, wieder in Pokhara. Es ist bereits zu spät und seit 2 Tagen sind an den Trekking-Ausgangspunkten gem. Regierungserlass keine Permits mehr erhältlich. So beziehen wir Quartier im Lakeside-Hotel und nutzen die Zeit für ein paar notwendige Einkäufe. Nach einem von Govinda zusammen gestellten indischen Menü genieße ich noch einmal eine warme Dusche. Wer weiß, wann die nächste Möglichkeit vor Tatopani besteht?

14. Tag - 03.02.00  -  1. Tourtag

Es verbleibt viel Zeit, denn Govinda kann die Permits erst ab 10 Uhr beschaffen. Nachdem Helmuts Schlafsack repariert ist, fahren wir zum diesmal geöffnetem "Tibet Camp". Es bleibt genug Zeit den buddhistischen Tempelbereich und die Teppich-Knüpferei zu besichtigen. Die Auswahl an Teppichen ist hier sehr bescheiden. So verschieben wir die Einkäufe endgültig auf die Zeit nach dem Trekk. Govinda holt uns hier mit dem Taxi ab und erreichen kurz darauf unseren Ausgangspunkt zum Trekking. Hier erwartet uns Radhika mit der jüngsten Tochter Shachi und den bekannten Träger/Guide Assist Dipendra. Radhika trägt Dorlis Bergstiefel. Schon treffen wir die ersten enttäuschten Wanderer ohne Permit. Diesen bleibt nichts anderes übrig als gut 1 Stunde zurück nach Pokhara, Permit besorgen und neu starten. Auch wir haben viel Zeit verloren, schaffen es heute nicht mehr bis Ulleri und verbleiben in der Karmala-Lodge. Morgen werden wir frühzeitig aufbrechen, um vor der Mittagshitze das über unzählige Stein-/Treppestufen rund 500 m höher gelegene Ulleri zu erreichen.

15. Tag - 04.02.00 - 2. Tourtag

Ghorepani in 2.850 m Höhe ist erreicht. 1.300 m Aufstieg liegen schwitzend hinter uns. Der Sonnenschein ist verflogen. Es ist kälter geworden und letzte Schneereste liegen vor der Lodge. Wolken verdecken die naheliegenden Gipfel. Nur im Schein der untergehenden Sonne ist es noch angenehm warm.

Nachdem Govinda nochmals meine Insektenstiche an Hand und Bein professionell behandelt hat, bringt er Frau und Tochter nach Ghara. Obwohl wir ihn bitten, bei seiner Familie zu bleiben taucht er abends wieder auf. Helmut und ich hatten es uns gerade mit Ingwer-, schwarzen Tee und Kukkri-Rum am "Ofen" der Lodge gemütlich eingerichtet. Helmut war inzwischen "heiß" duschen und hat nun ein Problem. Nasse Turnschuhe legt man nicht auf einen nepalesischen Ofen. Ergebnis: Gut angebrannt, Sohle abgelöst. Eine Reparatur oder Ersatz wird frühestens in Tatopani möglich sein.

Die Nacht wird sehr kalt. Klar leuchten die Sterne vom Firmament. Also endlich einmal ein lohnenswerter Aufstieg zum Poon Hill im 3. Anlauf?

16. Tag - 05.02.00 - 3. Tourtag

Tatopani ist erreicht und es regnet. In der Frühe verließ uns das Glück. 6 Uhr, die Berge in Wolken gehüllt. Poon Hill vergessen und statt dessen noch etwas weiter schlafen. Ein langer Abstieg liegt hinter uns. Da Helmuts Schuhe hinüber und seine "steigeisenfesten" gut 2 Nr. zu schwer zum Trekken sind, mußte er mit meinen Latschen zufrieden sein.

Nach unserem Aufbruch bewölkt es sich mehr und mehr. Optimistisch werden wir als sich auch einmal die Sonne zeigt. Wir erreichen Ghara trockenen Fußes und steigen zu Govindas Haus auf. Ich bin überrascht: Eine Kuh wurde angeschafft und eine Toilette errichtet. Die Wasserstelle liegt nun direkt vor dem Haus. Gerade haben wir den Begrüßungstee getrunken, beginnt es zu tröpfeln. Zuflucht bietet die Hausterrasse. Govinda ist wieder verschwunden; bereitet und serviert wohlschmeckende Suppe und Reisgericht.

Als seine großen Töchter aus der Schule eintreffen, werden ein paar Fotos fällig. Wir müssen aufbrechen. Govinda wird bei seiner Familie bleiben. So ziehen wir mit Govinda II und Dipendra weiter. Aus anfänglichem Tröpfeln entwickelt sich ein ordentlicher Regen. Regencape und Anorak kommen zum Schutz des Gepäcks zum Einsatz. Ich nehme den geliebten oder eigentlich unbeliebten Regenschirm. Dafür schwitzt Helmut unter Anorak und Regenjacke. Endlich am Kali Ghandaki, Kontrolle der Permits, die ich übernommen habe. Nun folgen 2 Hängebrücken und wir sind auf neu erbautem Wege in Tatopani. Wieder Einkehr in der "Namaste Lodge". Es ist bereits dunkel und es regnet weiterhin. So entfällt das ersehnte Bad in den "heißen Quellen".

17. Tag - 06.02.00 - 4. Tourtag

Vor dem Frühstück ein ausgiebiges Bad und Rasur. Helmut verzichtet wegen eingefangener Erkältung. Die Sonne scheint und auch der Nilgiri lässt sich blicken. Zeit zum Trödeln und Bummeln bis Govinda zu Mittag eintrifft.

Mit Rücksicht auf Helmuts zusätzlichen Muskelkater (1.600 m Abstieg in Turnschuhen und ohne Stecken) ziehen wir nur bis Ghana weiter. Gerade haben wir die Kabin-Lodge erreicht, als der gestrige Landregen wieder einsetzt. Helmuts Stimme versagt und er verwindet ins Bett. Den Abend verbringen wir in der Stube am leider etwas zu qualmenden Lagerfeuer.

18. Tag - 07.02.00 - 5. Tourtag

Mittagsrast in der "5-Sterne" Hilton-Lodge kurz vor Ghasa. Die letzten 45 Minuten nach Pairo Thapala (2.000 m) steigen wir im Verkehrsstau auf. Stop and Go mit den Mulis.

Heute morgen begrüßte uns der Annapurna I (8.091 m) im aufgehendem Sonnenschein. Können wir nun dem Regen davon laufen? Wir nähern uns mehr und mehr dem Monsunschatten. In Ghara erwischen uns eben noch ein paar Regentropfen.

Der Weg zur Lodge führt durch das ganze Dorf. Muli- und Esel-Karawanen begleiten uns. War das nicht schon einmal? Ich vermute bereits, welche Lodge Govinda ansteuern wird. Richtig, die Florida-Lodge in der ich vor 5 Jahren mit dem Summit-Club nächtigte. Inzwischen hat sich vieles geändert:: Elektrisches Licht, gefliestes Bad, aber der Holzkohleofen unter dem Tisch erwärmt weiterhin die kalten Füße. Nach einer "warmen" Dusche, bleibt genügend Zeit zu einem Spaziergang durchs Dorf. Wir genießen heute Pellkartoffeln mit Salz und Chili. Westfälischer Schinkenspeck wird später angeschnitten.

Abgesehen vom Ghorepani-Paß wäre der bisherige Weg auch etwas für Dorlis gewesen, wie ursprünglich ab Beni geplant. Schade, wir hätten gemeinsam viel Spaß gehabt und Du hättest das in nur 14 Tagen Vermisste voll erleben und genießen können.

19. Tag - 08.02.00 - 6. Tourtag

Im morgendlichem Sonnenschein begrüßen uns Dhaulagiri und Tukuche Peak mit ihren steilen Eiswänden. Im ständigem auf und ab zieht sich der Weg, kontinuierlich leicht ansteigend, den Kali Ghandaki entlang. Ab Lete treibt uns der typische Südwind aufwärts. Es wird kühler. Auf Pullover und Jacke kann man nicht mehr verzichten, obwohl die Sonne vom Himmel brennt.

Wie die Tage zuvor, wollen uns die dunklen Wolken einholen. Als wir das weite Tal des Kali Ghandaki durchqueren, sieht es so aus. Doch dies verhindern die gewaltigen Massive von Annapurna und Dhaulagiri. Stramm marschieren wir; von der gerade noch über die Wolken blickenden Sonne begleitet, durch das Kiesbett des Kali Ghandaki in Richtung Tukuche.

Ein kleiner Abstecher nach Saiku zur Besichtigung der buddhistischen Gompa lädt ein. Gebetsmühlen und der noch im Sonnenschein liegende Nilgiri begrüßen uns am Eingang des typisch buddhistischen Dorfes Tukuche mit seinen 2-stöckigigen Handelshäusern und Innenhöfen. Die tiefen, dunklen Gewitterwolken bleiben weit hinter uns. Dafür flimmert ein TV im Speisezimmer. Fortschritt lässt sich nicht vermeiden!

20. Tag - 09.02.00 - 7. Tourtag

Wie erwartet war die Nacht sehr kalt und sternenklar. Die Sonne geht hinter dem Nilgiri auf. Die ersten Sonnenstrahlen erreichen uns nach dem Besuch der im Ort liegenden buddhistischen Gompas und morgendlichem Gebet. Kurz vor Marpha (2.600 m) zweigen wir zum buddhistischem Camp ab. Es sind die 3 Tage des buddhistischen "New Year" und der Lama besucht seine Schäfchen. Wir werden zum tibetischem Tee eingeladen und dürfen an der häuslichen Zeremonie teilhaben.

 

Diesmal wird Marpha nicht durchrast. Zu Mittag ist es warm geworden. Pause auf den typischen Terrassen-Dächern mit einem kleinen Nickerchen. Nach Besuch des neu erbauten Meditation-Zentrums führt der Weg weiter Richtung Jomsom. Obstplantagen und Wälder bleiben zurück. Die Landschaft wird karg. Wir befinden uns voll im Monsunschatten. Die wieder von Süden aufziehenden schwarzen Wolken werden von Annapurna und Dhaulagiri, der bereits gewittrig eingehüllt ist, ausgebremmst. In Pokhara, Tatopani ... geht wohl ein kräftiger Landregen runter, in Ghorepani mit Sicherheit Schnee. Wärmende Sonnenstrahlen begleiten uns bis Jomsom mit seinem kleinen Flughafen (Landepiste). Die Straße dieses an "Wild West" erinnernden Dorfes sind leer gefegt. Kein geschäftiges Treiben wie vor 5 Jahren.

21. Tag - 10.02.00 -  8. Tourtag

Die kurze Wanderung nach Khagbeni führt durch und entlang des Flussbett des Kali Ghandaki mit wüstenähnlichen Charakter. Herrliches Wetter, strahlend blauer Himmel, Blick auf die vergletscherten Gipfel von Nilgiri, Tukuche Peak und Dhaulagiri. Ein kräftiger Rückenwind treibt uns voran. Zu Mittag flüchten wir in die Hillton-Lodge. Der teilweise stürmische Wind wirbelt dicke Staubwolken im Bett des Kali Ghandaki auf.

In Khagbeni bleibt genug Zeit, um gemütlich die Altstadt mit ihren engen Gassen, über 500 Jahre alten, teilweise aus Flusskies gebauten Häusern und den restaurierten Tempel zu besichtigen.

Treffen der Welt. Ein kurzweiliger Abend mit Leuten aus Australien, England, Hongkong und Deutschland in gemeinsamer Runde.

22. Tag - 11.02.00 - 9. Tourtag

Das Wetter ist umgeschlagen. Dichte Wolken verbergen die Gipfel. Sturm kommt auf. Die Temperatur ist drastisch gefallen. Es könnte Schneefall geben. Warm anziehen. Im Schneetreiben beginnen wir langsam aber stetig die 1.000 m Aufstieg nach Muktinath. Ein eisiger Wind pfeift um uns. Zur ersten Teatime scheint die Sonne die tief hängenden Wolken durchbrechen zu können, aber die von Süden heran getriebenen Wolkenmassen sind stärker.

Und plötzlich sind wir schneller als gedacht in Muktinath (3.800 m). Auch hier hat sich viel geändert. Am Dorfeingang begrüßt uns ein neu erbautes Hotel. Wir ziehen in die North Pool-Lodge ein. Die gleiche wie vor 5 Jahren! Nicht mehr wieder zu erkennen: Kein zugiges Zimmer mit Schneefall hinunter bis in den Flur, sondern gemütlich mit 2 Öfen eingerichtet. Ebenso die Zimmer, neu und sauber.

Sturm und Schnee sind verschwunden. Also brechen wir zum Spaziergang durch Muktinath auf und erreichen zwangsläufig den hinduistisch/buddhistischen Tempelbereich mit den Wasser speienden Stierköpfen, dem brennendem Wasser ... . Hier nutzen wir die Gelegenheit, um Shiva, Krishna usw. um besseres Wetter zu bitten. Doch es beginnt wieder zu schneien. Heißer Kakao und anschließend Tee mit Rum wärmen die eingefrorenen Gemüter auf.

23. Tag - 12.02.00 -  10. Tourtag

Morgengrauen mit leichtem Schneefall. Bleibt es kalt und grau oder wird uns die Sonne heute doch noch erfreuen? Erst einmal ausschlafen und frühstücken: Gerösteter westfälischer Schinken mit Rührei. Waschen ist nur in der warmen Küche möglich, denn alle anderen Wasserleitungen sind zugefroren.

Erste Sonnenstrahlen fallen in Muktinath hinein. Die Überlegung heute wieder nach Jomsom abzusteigen wird verworfen. Govinda organisiert den kleinen Spaziergang in Richtung Mustang: Nur etwa 100 Höhenmeter bis zum nahegelegenem Paß, um einen Blick in das kleine Königreich (700 US$ Eintritt) werfen zu können. Gut 1 Stunde geht es erst einmal bergauf und bergab. Dann zieht sich der Weg über Moränen, teilweise im Schnee, bergan. Warum ist das Gehen so anstrengend? Keine Kondition heute? Endlich liegt der Paß greifbar nahe vor uns. Doch dunkle Wolken hängen drunten im Tal. Ein Weitermarsch ist, ohne Aussicht auf die Landschaft, sinnlos. Nun verkündet Govinda: 4.500 m haben wir überschritten! Deshalb die schlechte Kondition. Nach diesem Schock ein heißer Tee. Auf dem Weg zurück wird mir erst bewußt, wie hoch wir aufgestiegen sind.

24. Tag - 13.02.00 - 11. Tourtag

Es dämmert. Govinda holt uns zur Dachterrasse hinauf. Die ersten Strahlen der aufgehenden Sonne erreichen die Eisgipfel des Dhaulagiri. Welch ein Panorama bei strahlend blauem Morgenhimmel. Wir verweilen und genießen dieses Schauspiel mit heißem Tee bis die Bergwelt vollständig im hellen Glanz getaucht ist.

Der Abschluß unserer Tour naht. Abstieg zurück nach Jomsom. Ein letzter Blick hinunter nach Khagbeni und in die öde Landschaft Mustangs, bevor wir die letzten 1 ½ Stunden nach Jomsom im Geröll des Kali Ghandaki gegen starken Wind ankämpfen müssen.

Nachmittags machen Govinda und ich einen Spaziergang zum naheliegendem Museum und dem noch nicht ganz fertiggestellten "Mountain Ressort Hotel" Ein Prachtpalast für Leute, die zu viel Geld haben: 170 US$/Person im DZ ohne Frühstück. Passt so etwas in diese reizvolle Landschaft und Kultur? Der Count down für unseren Rückflug nach Pokhara läuft. Morgen früh um 7:30 Uhr ist bereits Abflug. Gemeinsam mit Dhaal Bhaat lassen wir diesen Abend ausklingen.

25. Tag - 14.02.00 - 12. Tourtag

5:30 Uhr aufstehen, packen, 2 Tassen Tee und dann zum gegenüber liegendem Flughafen. Einschecken bei Kerzenschein. Warten. Es wird hell und von den Gipfeln werden die ersten Sonnenstrahlen reflektiert. Im 5-minuten-Takt treffen die kleinen Flugzeuge von 6 oder 7 verschiedenen Gesellschaften ein. Unsere ist die letzte. Dafür müssen wir unverhofft sputen, denn der Pilot will der erste beim Start sein. Während wir zum Flugzeug eilen, startet er die Propeller bereits auf hohe Drehzahl. Meine Kappe wird erfasst und ich kann sie gerade noch an der Böschung, ein Fuß im Wassergraben, erwischen. Helmuts Brille verschwindet dagegen auf nimmer Wiedersehen.

Gerade haben wir Platz genommen, versuchen uns anzuschnallen, schon geht die Post ab. Hindurch zwischen Dhaulagiri und Annapurna, über Ghorepani hinweg, landen wir nach etwa 20 Min. in Pokhara. Ein ausgiebiges Frühstück wird nachgeholt. Helmut und Govinda begeben sich zum Büro der Airlines, um den Verlust der Brille nochmals anzuzeigen. Ich nutze die Zeit zu einem Bummel. Beim Barbier eine Rasur mit anschließender Gesichts- und Nackenmassage. Shopping: T-Shirt und Hose.

Im Tibetan Camp finde ich am Nachmittag den gewünschten Teppich. Helmut schlägt bei einem großen Teppich mit Yak-Motiven für 600 DM zu. Nun warten wir auf den Nachtbus nach Kathmandu.

26. Tag - 15.02.00

Im Hotel Pilgrims habe ich ein Einzelzimmer bezogen. Eine lange Nacht mit vielen neuen Eindrücken über "Nepali live" liegt zurück.

Gut eine Stunde wurden die Passagiere in Pokhara eingesammelt. Es ist bereits stock finster, als der Bus Pokhara verläßt. Aus Erfahrung habe ich es mir wieder auf dem Platz zum Mittelgang bequem gemacht, um die Füße ausstrecken zu können und die Rückenlehne in Schlafposition gebracht. Helmut ist am zugigem Fenster mit seinem neu erstandenem Teppich eingeklemmt. Man versucht bei der immer wieder ertönenden Musik einzuschlummern und schon sind wir gegen 22 Uhr in Mugling zum Abendessen eingetroffen. Govinda verputzt, wie alle anderen Gäste, Dhaal Bhaat. Ich bin von Mandarinen und Bananen gesättigt und begnüge mich mit Tee. Aufgrund der perfekten Organisation des Service, Dhaal Bhaat Schnellimbiss geht es bereits nach einer halben Stunde weiter.

Plötzlich kein Motorengeräusch mehr. Die Tür ist geöffnet. Mitreisende steigen aus. Ich erwache aus einem leichten Schlaf. Die sogenannte 1-stündige Pflichtpause für den Fahrer beginnt irgendwo auf der Strecke mit ein paar ärmlichen Baracken. Etwa 10 offene Hütten mit Tonofen, Kerosin-Kocher und einem Bett, auf dem die nächste Schicht schlummert, stehen zu beiden Seiten der Straße. Davor Busse und LKW, deren Fahrer sich am Ofen oder offenem Feuer erwärmen und Tee schlürfen. Der beste Tee meines Lebens, glasweise aufgebrüht mit zum Teil kandiertem Zucker. Die Zeit scheint stehen geblieben zu sein. Die Weiterfahrt verzögert sich. Hin und wieder versuche ich im Bus etwas zu schlafen. Zwecklos, lieber noch einen weiteren köstlichen Tee. Die Uhr ist bereits auf nach 3 Uhr vorgerückt. Wo bleibt unser Fahrer? Einige Baracken weiter. 4 Mann sitzen auf einem Bett und zocken. Der Rest steht drum herum und schaut zu, wie die Rupien Ihren Besitzer wechseln. Um 4 Uhr ist wohl der einer pleite, die Fahrt geht weiter und gegen 6 Uhr erreichen wir Kathmandu.

Im Hotel schläft noch alles. Nach dem Frühstück begebe ich mich zu Govindas Office, um das von Dorlis hinterlassene Reservegepäck abzuholen. Nun wage ich mich auch vollgepackt auf ein Moped, denn einer der vielen Onkels bringt mich freundlicherweise zurück zum Hotel. Nun heißt es Gepäck sortieren, die lang ersehnte heiße Dusche genießen.

27. Tag - 16.02.00

Ausschlafen. Von 10 Uhr bis zum frühen Nachmittag dauern unsere geschäftlichen Aktivitäten. Helmut hat sich für 1 ½ Tage mit Prasanta nach Nargakot verabschiedet. Allein bummle ich durch Kathmandu. Lasse mich treiben und meine einige neue Winkel und Gassen entdeckt zu haben. Kaufe Tee und erfeilsche vor Geschäftsschluss noch eine große tibetische Gebetsmühle auf dem Basar.

Es ist bereits später Abend als ich in das thailändische Restaurant auf Empfehlung von Helmut einkehre. Entscheide mich aber für das 5-Gang Nepal-Menü (Dhaal Bhaat).

28. Tag - 17.02.00

Mit der Motor Rikscha schaukle ich mit Govinda & Govinda durch Kathmandu und Umgebung, um dem schlafenden Budhanilkanth die Ehre zu erweisen. Sightseeing, weitere Eindrücke und schon wieder naht der Abend.

29. Tag - 18.02.00

Den letzten Tag in Kathmandu nutze ich noch einmal allein zum Shopping. Sitze nun wieder im Pilgrims und lese mich zum bevorstehenden Rückflug in den "3. Zwilling" ein. Zum Abendessen sind wir in Sitapaila eingeladen. Nun heißt es endgültig Abschied nehmen von all den lieb gewordenen Mitgliedern der Familie und Freunden.

30. Tag - 19.02.00

Ich habe mich in den Roman vertieft. Eine ganze Sitzreihe gehört mir allein. Ihr 4 Wochen, Camping, Trekking, Rafting, Safari und ... , wo seid Ihr geblieben? Versprochen, nächstes Jahr komme ich zurück.

 

Einmal Nepal – Immer Nepal
Ich bin in Dich verliebt!