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In das vom Tourismus noch unberührte
DHORPATAN
entlang des Dhaulagiri-Massiv und Gurja Himal & Pfannkuchentrek
Reisebericht 28.10. - 22.11.2010
Vorwort
Nach der Tour „Phablu - Gokyo“ war eigentlich „Nar Phu“ im Annapurna geplant. Bereits in Gokyo erhielt ich die Nachricht, dass Gregor seine Reise absagen müsse. Wieder zurück in Kathmandu folgte die Hiobsbotschaft. Petra liegt mit Bandscheibenvorfall im Krankenhaus. Allein kann ich die Tour nicht unternehmen, da für das Permit mindestens 2 Personen (Touristen) erforderlich sind. Govinda hat natürlich eine Alternative parat: Das Jagdrevier Nepals, Dhorpatan, wo er zuletzt vor 15 Jahren war.
Den Tageszähler habe ich zurück gestellt. Beginnen wir wieder mit Tag Nr. 1 meines Herbstaufenthaltes in Nepal.
© Klaus TöpferHIMATREK Gelsenkirchen, Dezember 2010
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Endlich raus aus Kathmandu. Eine Woche in dieser chaotischen Stadt ist lang. Zumindest hatte ich Zeit die Büroarbeit in Ruhe zu erledigen und mich nach neuer preiswerter Outdoor-Bekleidung umzusehen. Gegen 7:30 Uhr beginnt die Reise mit der Fahrt im Touristenbus nach Pokhara und endet quasi sofort im morgendlichem Verkehrsstau. Bevor die Grenze des Kathmandutals erreicht ist, ist eine Stunde vergangen. Oben am Pass angekommen, ragen Ganesh Himal und Manaslu in den strahlend blauen Himmel. Nun folgt der Stau auf der kurvenreiche Abfahrt in das Tal des Trisuli River.
Endlich zeigt sich das gewaltige Annapurna Range am Horizont. Ich muss tief in meinen Erinnerungen recherchieren, wann ich zum letzten Male dieses phantastische Panorama bei herrlichem Sonnenschein während der Anreise erleben durfte. Nach 9 Stunden auf der Straße, schwenkt der Bus schließlich in den Buspark zwischen Flughafen und Phewa See in Pokhara ein. Wie immer übernachten wir im Lake View Resort. Mit dabei ist Krishna mit 2 Gästen aus Australien, die morgen nach Jomsom fliegen werden. Govinda und mir steht hingegen noch einmal eine längere Autofahrt nach Beni und von dort nach Darbang bevor.
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Wir erreichen Beni am Kali Ghandaki. Dort wartet Koch Sange mit weiteren 4 Mannen. Das Abenteuer kann beginnen.
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Welch ein Tag. Ein kurzer Aufstieg. Vorbei an einer Baustelle, wo ein Bagger, ausgerüstet mit schwerem Presslufthammer eine Trasse in den Fels zu meißeln versucht, erreichen wir den Höhenrücken. Vor uns liegt der Ort Dharapani (1.575 m). Dahinter erheben sich die eiserstarrten Gipfel der Dhaulagiri-Gruppe, der gen Westen das auf über 7.000 m empor ragende Gurja Himal vorgelagert ist. Hier finden wir den in der Wanderkarte vermerkten Gasthof. Dieser und auch alle weitere sind in keiner Weise mit Lodges in den Trekkinggebieten Annapurna, Langtang und Khumbu vergleichbar. Es sind recht einfache landestypische Gasthäuser, wo normalerweise Einheimische übernachten. Auf einen Touristen ist man kaum vorbereitet. Es gibt keine Speisekarte und die Verständigung dürfte kompliziert werden. Auf weitere Informationen zu diesen Übernachtungsmöglichkeiten werde ich noch eingehen.
Auf recht bequemen Weg nähern wir uns mehr und mehr einem gewaltigen Gebirgspanorama. Die Sonne sendet ihre warmen Strahlen herab, so dass wir zur Mittagspause ein schattiges Plätzchen aufsuchen müssen. Das vorgeeilte Küchenteam hat wahrlich alle Register gezogen: Pommes, Gemüse, Salat, dazu frisch zubereitete scharfe würzige Pickles. Gut gesättigt, wird eine längere Pause nötig. Bis weit hinunter in das Tal des Myagdi Khola erstrecken sich die Terrassenfelder an den recht sanft abfallenden Berghängen. Die meisten Reisfelder sind inzwischen abgeerntet. Auf einigen stehen noch die Ähren, auf anderen liegt das Getreide zum Trocknen aus.
Falls man nicht in Darbang den direkten Weg zur Umrundung des Dhaulagiri einschlägt, kann man in Machhim (1.975 m) noch in diese Richtung abzweigen. Glatte senkrechte Felswände bis zum vergletscherten Gipfelkamm, so zeigt sich die Rückseite des 8.172 m hohen Dhaulagiri 1. Wir folgen den Weg hinunter nach Muna. Kurz zuvor lädt ein Gasthaus in Phatiyagoon (1.900 m) zur Übernachtung ein.
Die Sonne ist schon lange hinter den westlichen Bergrücken verschunden. Rot erglühen die Felsen, golden das Eis des Dhaulagiri. Der Tag legt sich schlafen und wir tun es ihm gleich.
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In Muna (1.880 m) befindet sich ebenfalls ein Gasthaus, welches wir kurz in Augenschein nehmen. Unverständnis ruft es bei den Besitzern hervor, als wir darum bitten, uns die Zimmer (das Zimmer, es gibt nur eins mit 4 Betten) ansehen zu dürften. Entlang kleiner werdender Felder, der Hang wird steiler, geht es hinunter zum Dar Khola. Eine recht altertümlich aussehende und leicht schwankende Hängebrücke führt über den Fluss. Dann donnert ein Wasserfall die Felswand in eine kleine Gumpe hinunter.
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Die Landwirtschaft bleibt zurück. Wir dringen in dichter werdenden Wald, durchsetzt mit Rhododendron, ein. Immer mehr Wolken ziehen auf, die uns die Sicht auf Annapurna, Dhaulagiri und später auch auf das Gurja Himal nehmen. Schwere Wolken hängen über dem Kali Ghandaki. Die Regenschleier sind unverkennbar. Durch die vermoosten Bäume schlängelt sich der Pfad. Plötzlich öffnet sich vor uns die weite Ebene von Jaljala Deurali (3.435 m). Herbstlich braun erstrecken sich die Sommerweiten mit einigen kleinen Steinhütten, die nur im Sommer von den Hirten bewohnt werden. Verloren wirken unsere Zelte in dieser Einsamkeit. Der erhoffte Panoramablick bleibt hinter der dichten Wolkendecke verborgen. Vereinzelt fallen ein paar Tropfen. Zwei Wanderer aus Frankreich ziehen mit Guide und Träger auf dem Weg nach Mareni an unserem Lagerplatz vorbei.
Nachdem Samje, Wandla und Nurbo uns zu Mittag super beköstigt haben, ziehe ich mich ins Zelt zurück. Es gibt nichts zu sehen und ein wenig Schlaf tut allemal gut. Zur Kaffeezeit bin ich selbstverständlich pünktlich, mit einem Schmöker unterm Arm, im Küchenzelt zurück. Draußen pfeift ein ungemütlicher Wind. Hier drinnen ist es mollig warm.
Am lodernden Lagerfeuer, welches unsere Jungens aus Bruchholz entzündet haben, steht wie aus dem Nichts gezaubert, auf einmal ein Gast. Richard aus Münster. Allein unterwegs hatte er sich notgedrungen in eine der Hütten einquartiert. Die Informationen auf der Karte, herausgegeben vom NTB, TAAN, gesponsert durch die UN und dem Slogan „Nepal Tourism Year 2011“ sind irreführend und unverantwortlich. Es sind Siedlungen, als solche gelb markiert, die es z.B. nur im Sommer gibt. Gasthöfe, die nicht existieren, bzw. diese Bezeichnung, zumindest für Touristen nicht verdienen. Fortsetzung folgt. Jedenfalls ist Richard eingeladen und wir verbringen gemeinsam den Abend.
Rechtzeitig, bevor der Regen einsetzt, habe ich mich in meinen Schlafsack mit Wärmeflasche eingemümmelt. Govinda folgt kurz danach. Noch etwas lesen, Musik hören und wir schlafen ein.
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Papa aufstehen, Sonnenaufgang! Ich reibe mir den Schlaf aus den Augen. Es ist 6 Uhr und bitter kalt, die Zeltplane eisverkrustet. Hurtig zum Viewpoint. Im Osten ist der Himmel purpurn rot gefärbt. Die ersten Strahlen der noch nicht aufgegangenen Sonne treffen die Gipfel. Glitzernde Spitzen am Horizont. Annapurna im grellen Gegenlicht. Weit reicht der Blick vom Dhaulagiri über Tilicho Peak, Nilgiri, Annapurna 1 bis zum vorgelagerten Machhapuchare. Direkt vor uns die vereiste Felswand des Gurja Himal. Im Westen sind die Spitzen der Höhenrücken im Dolpo sichtbar. Welch ein Ort. All die populären Aussichtspunkte wie Nagarkot, Sagankot, Poon Hill, … kann man vergessen.
Nach 9 Uhr starten wir. Die Sommerweiden bleiben zurück. Unterwegs entspringt der Uttar Ganga Khola an dessen Ufer Gurjakhat (3.000 m) liegt. Zuvor streifen wir durch Mischwälder. Kiefern, Tannen, Rhododendren und Wachholder spenden Schatten. Stellenweise sind diese abgebrannt. Aktionismus der Maos, wie uns die Besitzerin der Pferdestation in Gurjakhat erzählt.
Chhentung (2.940 m). Heute sitzen wir sogar an einem Tisch. Eine hervorragende Unterkunft mit tollen Zimmer (es gibt aber nur eins!), welches keinen Vergleich mit denen einer Komfort-Lodge scheuen muss. Wir haben Glück gehabt. In 3 Tagen wird die Familie, wie all die anderen Bewohner dieser Region in wärmere Gefilde, sogar bis nach Pokhara, umsiedeln. Der Winter naht!
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Das Tal weitet sich. Eine fruchtbare Hochebene, die sich bis hinter Dhorpatan erstreckt. Vom Frühjahr bis zum Sommer werden überwiegend Bohnen und Kartoffeln angebaut. Auf den weitläufigen Flächen wird nicht nur Vieh bis hinauf zu den Sommerweiden aufgetrieben, sondern man widmet sich ebenfalls einer erfolgreichen Pferdezucht. Auch Apfelplantagen säumen den Weg. Ist die Ernte im Herbst eingebracht, die Äcker gedüngt und für die Aussaat im Frühjahr vorbereitet, verlässt die Bevölkerung dieses Gebiet und kehrt erst im Frühjahr wieder zurück. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Anfang November die meisten Häuser, die auch gleichzeitig als Lager dienen, leer stehen. Zum Tihar-Fest wird man hier oben wohl niemanden antreffen.
In der Dorfschule von Dhorpatan sind momentan noch 100 von 400 Kindern anwesend. Wie uns eine der dortigen Lehrerinnen erläutert, wird die Schule rechtzeitig geschlossen, so dass alle Kinder spätestens zum Laxmi (Lichterfest in Kathmandu) im Winterquartier sind.
Bevor wir das Camp einrichten, sehen wir uns nach den auf der Karte verzeichneten Lodges um. Nein Danke! Bretterverschlag oder Raucherstube neben der Polizeistation. Wir ziehen das Zelt vor.
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Ruhe- oder Reservetag. Es gibt einige Möglichkeiten, die weitere Umbebung bis an die Grenze nach Dolpo zu erkunden. Bereits in Chhentung kann man nach Norden bis auf über 4.000 m, mit optimalen Blick auch in das Dolpo, aufsteigen. Einen Tag später kehrt man nach Dhorpatan zurück.
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Mit den letzten Sommer-Bewohnern verlassen wir Dhorpatan. Nach Überschreitung des Banjyang Passes (2.880 m) führt der Weg entlang des Phurdung Khola hinunter nach Phaliyaghar (2.507 m). Der holprige Weg ist meist überschwemmt. Auf gerölligen Untergrund waten wir abwärts. Voll beladene Pferde, Familien mit Kindern sind auf gleicher Strecke unterwegs. Andererseits kommen uns Mulis und Pferde entgegen, die noch die Reste der in Dhorpatan lagernden Ernte, insbesondere Kartoffeln, abholen müssen, bevor der Frost einsetzt. Ich erinnere mich an eine Tibeterin, die im Frühjahr ihre im Winter eingelagerten Kartoffeln aus einem tiefen Erdloch ausgrub. Bis Bobang (1.730 m) herrscht Hochbetrieb auf diesem landestypischen Handelsweg. Die Siedlung Bobang erstreckt sich über eine Länge von etwa 2 km. Dort entdecken wir ein weiteres nepalisches Gasthaus, welches nicht zur Übernachtung zu empfehlen ist. Unter der Dachschräge, direkt über der Küche gibt es 3 oder 4 Schlafplätze. Wir ziehen weiter auf einer Straße, wo eigentlich Jeeps verkehren sollten. Doch die mit Gewalt in die Landschaft gegrabene Piste ist weitgehend durch Erdrutsche und sonstige Einflüsse zerstört und selbst für Motorräder unpassierbar. In Dogadi finden wir die von einen Einheimischen in Bobang empfohlene Unterkunft. In der ersten Etage beziehe ich eine kleine Kammer mit Bett. Im Nebenraum werden Govinda und unser Team es sich bequem machen. Doch bevor es soweit ist, hat Küchenchef Sange die heimische Küche mit der Besitzerin geteilt. Während Govinda und ich der kulturellen Darbietung der Dorfbewohner zum bevorstehenden Tihar Fest folgen, verschwindet erst eine und dann die zweite hier frei herum laufende Ente. Zu nahe bei der Köchin, schon am Hals gepackt. Eine halbe Stunde später ist das Federvieh Beilage zum Dhaal Bhaat.
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Wir folgen der vermeintlichen Straße nach Burtibang. Musik auf den Ohren. Der Sound der „Toten Hosen“ passt. Bei „Bayern“ singen Govinda und ich gemeinsam, denn wir sind Schalke Fans. Die Straße endet. Zumindest geht es nicht mehr weiter und wir wechseln auf die andere Seite des Bhuji Khola.
Gerade haben wir unsere Zimmer im dortigem Hotel/Gasthof (die Definition passt) bezogen, stellt Govinda zu meiner Überraschung fest, dass schon heute Abend „Laxmi“ und demzufolge morgen „Tikar“, das Familienfest gefeiert wird. Es bedeutet, dass weder heute noch morgen irgendein Bus oder Taxi in Richtung Beni bzw. Pokhara fahren wird. Wir hängen die nächsten 24 Stunden fest. Govinda rotiert!
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Zum Glück ist da die Dachterrasse, auf der wir es uns gemütlich machen. Lesen, Karten spielen, ein zum Feiertag wohl verdientes Bier mit knusprigen Papad. Sange bereitet dazu das passende Masala. Zwischendurch ein Spaziergang durch den Ort. Ich bin der einzige Tourist. Am Abend folgt die Abschieds-Torte. Wir feiern gemeinsam den Abschuss dieser Tour. Morgen früh geht es zurück nach Pokhara.
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12. Tag - 08.11.2010 Irrtum, weder Jeep noch Taxi fahren nach Baglung, geschweige denn direkt nach Pokhara. Die Information der Wirtin war schlicht falsch, dass täglich Busse und Jeeps auf dieser Strecke verkehren. Ebenso unzutreffend ist die in der Wanderkarte gedruckte Verkehrsanbindung nach Baglung und Pokhara. Wenn, dann hätte man spätestens gestern Vormittag einen Jeep in Baglung bestellen müssen. Im Buspark von Burtibang stehen zwar 6 Busse aber täglich fährt nur ein Linienbus nach Kathmandu. 27 Stunden über Butwal und Chitwan, die Sange, Man, Wandka und Nurbu bevorstehen. Für Govinda, Keshab und mich wird in ca. 10 Stunden in Tansen Endstation sein. Trotzdem müssen wir ein Ticket zum Preis von 1.000 Rupien (ca. 11 EUR) bis nach Kathmandu kaufen, denn sonst bekommen wir keinen Sitzplatz.
Ein unerwarteter Halt. Der linke Hinterreifen ist hinüber. Wenigstens etwas Zeit die steifen Glieder zu strecken. Die Achterbahnfahrt, teilweise durch Flussläufe, setzt sich fort. Fünf Stunden sind seit der Mittagspause vergangen, als der Busfahrer zur Pinkelpause anhält, wahrscheinlich um sich selbst zu erleichtern. Alle Mann raus und wieder hinein in den nach Ausdünstungen stinkenden Bus. Mit Einbruch der Dunkelheit endet die Rumpelei. Endlich eine asphaltierte Straße unter den Rädern. Noch sind es 1 ½ Stunden bis Tansen. Nach 11 Stunden können wir aufatmen. Von der Haltestelle sind es nur wenige Meter bis zum Hotel „White Lake“ wo wir die reservierten Zimmer beziehen.
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13. Tag - 09.11.2010
125 km, 4 Stunden mit dem Taxi und wir sind in Pokhara. Fest steht, nie wieder eine längere Fahr mit lokalen Bussen. Im Lake View Resort begegnet uns Dipendra mit Ralf-Peters Gruppe, die vor wenigen Minuten von der Umrundung der Annapurna zurück sind. Welch eine Überraschung, als auch noch Tara mit Regina und Andreas aus Kathmandu eintrifft, mit denen er morgen zum Annapurna BC aufbrechen wird. Tara hat während seines 1-jährigen Aufenthalt in der Pfalz fleißig Deutsch gelernt. Er kennt die dortigen nach Altbundeskanzler Helmut Kohl benannten Wanderwege und hat sogar „Saumagen“ probiert.
Da Keshap, unser Träger, dringend bei der Reisernte in Kathmandu gebraucht wird, ist Hari, unser Mann für Alles, nach Pokhara geeilt, um uns auf einen von Govinda erkundeten Trek, den wir Pfannkuchen-Trek getauft haben, zu begleiten. Vom eigentlichen Namen PANCHASE wurde PANCAKE abgeleitet und ins deutsche übersetzt. Das ursprüngliche geplante Homestay-Trekking stellen wir zurück, da wir dorthin auf den lokalen Bus angewiesen wären. Im Moment, nein, danke!
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Wir nutzen den Tag, um einige Hotels in Pokhara zu begutachten. Endlich lerne ich das Hotel BARAHI kennen, in welchen wir bereits Gäste untergebrachten. Die gepflegte Anlage, ruhig aber zentral am Lakeside gelegen, verfügt über einen Pool und biete SPA. Für diejenigen, die nach einer Trekking-Tour noch 2 oder 3 Tage in Pokhara entspannen möchten, ist dies der ideale Platz. Die so populäre FISHTAIL Lodge ist aus meiner Sicht zu abgelegen, da nur per Boot/Fähre erreichbar. In diesem Hotel ist man vom Lake Side abgeschnitten, auf der Insel isoliert.
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Mit dem Taxi fahren wir an das westliche Ende des Phewa See, dort wo zwischen Reisfeldern sich der Harpan Khola ergießt. In Ghatichhina wird das Gepäck geschultert und der Aufstieg über unzählige Stufen
beginnt. Zwar führt eine Straße in weiten Kehren ebenfalls aufwärts, ist aber augrund unübersehbarer Monsunschäden nicht nutzbar.
Heute ist es wolkig und schwül. Vom Bergpanorama ist wenig zu erkennen. Nach einer Stunde sind unsere T-Shirts klatschnass. Wir folgen nun der ungenutzten Trasse, die sich irgendwo ins Nirwana entwindet, bis wir zur Mittagspause in Makanpur einkehren, wo eine Homestay Unterkunft eingerichtet wird. In Panchase Bhanjyang (2.066 m) eingetroffen, dürften wohl 7.000 Stufen unter uns liegen. Hier besteht die Auswahl zwischen 3 Gasthäusern bzw. Hotels, wie wir diese schon aus Dhorpatan kennen. Das Green Valley, bewirtet von 3 Frauen, war wie sich später herausstellt, die schlechteste Wahl. Die 3 Damen des Hauses waren sicherlich sehr nett und zuvorkommend. Ohne Govinda bezweifle ich, etwas Genießbares zu Essen bekommen zu haben. Das ich den Zuckertee, der den Schmelz direkt von den Zähnen löst, ablehne, ruft nur Erstaunen hervor. Auch die Möglichkeit zum Waschen suchte ich vergeblich. Hinter der Toilette versteckt, befindet sich die übliche Wasserstelle. Doch ein Schlauch führt vom Wasserhahn auf den Weg vor dem Haus. Bad und Küche befinden sich sozusagen auf der Straße.
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Sonnenaufgang. Bis gegen 8 Uhr ist uns die Sicht auf Annapurna, Machhapuchare, Lamjung bis hin zum Manaslu gegönnt. Über dem Tal mit Pokhara und Phewa See hängen dicke Wolken, die ständig weiter aufsteigen.
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17. Tag - 13.11.2010
Novembernebel, obwohl es gestern Abend geregnet hat. Bei phantastischer Sicht in die tief hängende Wolkenformationen folgen wir dem Fahrweg nach Kande (1.770 m). Die einzige Abwechslung im tristen Grau ist der beliebte Treffpunkt und Picknickplatz Jugendlicher oberhalb des Ortes. Es ist Samstag, das Bumbum der Bässe nepalischer Popmusik dröhnt uns entgegen und wird uns weiter verfolgen.
Nach Überqueren der Straße zwischen Pokhara und Beni ist das Australien Camp (2.050 m) recht schnell erreicht. Wir sind im Himmel der Engel, dem „Angle’s Heaven Guest House“ mit super eingerichteten Zimmern und Bad. Im Hinblick auf das bevorstehende Weihnachtsfest treiben nur noch Dampfschwaden aus der himmlischen Küche um uns herum. Die Engel haben anderes zu tun, als für besseres Wetter zu sorgen.
Pothana ist lediglich 20 Gehminuten vom Australien Camp entfernt. Dort habe ich mit Dorlis auf unserer ersten gemeinsamen Nepalreise im Jahre 1999 übernachtet (siehe Reisebericht: Nepal erleben - Kultur und Trekken im Annapurna). Also machen wir uns auf den Weg, gönnen uns dort ein Bier und kehren zurück. Was bleibt ist Karten spielen, lesen, Musik hören. Es beginnt zu regnen. Wird das Wetter morgen besser?
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Das Gebirgspanorama muss ich mir in Erinnerung rufen oder auf dem Plakat der Lodge ansehen. Im Osten türmen sich weitere dunkle Wolken auf. Die Entscheidung fällt leicht, die Tour zu beenden. Nach Dhampus hinunter folgen wir dem schmalen Pfad über den Höhenrücken. Möglicherweise ist dies der Weg, den ich 1995 während meiner ersten Nepalreise mit dem Summit Club unternahm. Jedenfalls kommt mir der Platz oberhalb des Australien Camp bekannt vor.
Auf gleichen Wege laufen auch wir zurück. In Phedi angekommen gönnen wir uns ein Taxi und sind zur Mittagzeit in Pokhara. Da wir einen Tag eher als geplant eintreffen, müssen wir mit einem 3-Bett-Zimmer im alten Flügel des Lake View Resort vorlieb nehmen. So überlaufen habe ich Pokhara noch nie erlebt. Es scheint, dass heute viele Touristen vom Trekking zurück sind und gleichzeitig einige aus Kathmandu eingetroffen sind, die morgen zur Tour aufbrechen werden.
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19. Tag - 15.11.2010
Meine gestrige Prognose war richtig. Zur gewöhnlichen Frühstückzeit ist das Hotel fast leer. Die Busse nach Kathmandu fahren ab 7 Uhr, zum Trekking wird meist noch eher aufgebrochen. Weiterhin hängen Regenwolken über dem Phewa See. Eine Bootsfahrt? Ist zu ungemütlich! Was bleibt, ist ein Bummel durch die Innenstadt von Pokhara mit den lokalen Einkaufstraßen.
Am Nachmittag ziehe ich im BARAHI ein. Um ein Hotel beurteilen zu können, muss man dort mindestens einmal übernachten. Es ist nur ein Einzelzimmer verfügbar, so dass Govinda und Hari im Lake View verbleiben. Trotzdem feiern wir gemeinsam einen gemütlichen Abend in einem etwas abseits gelegenem Restaurant.
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Um 6 Uhr steht Govinda wie verabredet in meinen Zimmer. Duschen, Sachen packen und zum Frühstück ein Masalla-Omelette. Noch vor 8 Uhr rollen wir in Richtung Kathmandu. Wieder im Office, als erstes ein Anruf daheim. Alles ok, sowohl hier und dort. Dann hinauf in die 5. Etage des Manang. Wie üblich kein Strom. Also zu Fuß ins Zimmer 507, was nach den vielen Stufen der zurückliegenden Tage kein Problem ist.
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21. - 23. Tag - 17. - 19.11.2010
Das ungemütliche Wetter bleibt bestehen. Es ist meist neblig und außergewöhnlich kalt. Statt in die kurze Hose, schlüpfe ich in die lange. Jacke und Socken sind ebenfalls erforderlich. Was ist mit dem Wetter? Alle reden von der globalen Erwärmung. Hier ist es zu kalt. Am Tag vor meinem Abflug wird es wieder sonnig. Das Thermometer steigt mittags auf über 26 °C. Das Abschiedessen mit der Familie findet wie üblich im Delima Garden statt.
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24. Tag - 20.11.2010
Alles eingekauft? Welche Dinge bleiben hier, welche muss ich mit nach Hause nehmen? Schließlich ist gepackt. Abschied am Flughafen. Am 02. März 2011 könnt ihr mich wieder abholen. Der Flug ist gebucht!
Dann folgt unendliches Warten. Verspätung um 3 Stunden. Letztendlich wird der Rückflug GF 261 gestrichen. Technische Probleme sind der Grund. Umbuchung! Mit 4 weiteren Passagieren beginnt die Heimreise über Hongkong. In Kathmandu kennt der Mann von GULF den weiteren Flugplan nicht. Also begeben wir uns an Bord der Dragon Air und heben kurz vor Mitternacht gen Hongkong ab.
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25 Tag - 21.11.2010
In den frühen Morgenstunden setzen wir in Hongkong auf. Mit dem Ersatzticket in der Hand gilt es den Schalter der CATHAY PACIFIC zu finden. Dort erfahren wir, dass die Maschine erst um Mitternacht nach Frankfurt startet. 18 Stunden Aufenthalt! Wie die Zeit vertreiben?
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Pünktlich lande ich in Frankfurt. Der ICE nach Essen ist rappelvoll, Montag! Ich erschleiche mir einen reservierten, aber noch freien Sitzplatz. Mal schauen was passiert. In den Gängen ist es eng, wie im lokalen Bus in Nepal. Ein Fortkommen unmöglich. In Düsseldorf leert sich der Zug. Dann bin ich zu Hause. Dorlis, Tanja, Nick und Lenny nehmen mich in Empfang. Das zweite Frühstück wartet und Lenny schreit nach Milch. Ein glücklicher Opa versucht den Kleinen zu beruhigen.
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Es ist kalt und die Weihnachtsmärkte sind geöffnet, so wie ich es mir gewünscht habe! |